Sommerjanker von Campe & Ohff, Teil 1

Die Chemisiers Campe & Ohff gehören zu den wenigen Anbietern, die ihre Hemden selbst produzieren und das auch noch in Deutschland. Wir haben hier bereits ein Maßhemd von Campe & Ohff besprochen und mehrmals wurden sie als Gastgeber des Wiener Maßschuhmachers Maftei erwähnt. Heute stellen wir einen Service vor, den Campe & Ohff in ihren Läden in Hamburg und Berlin anbieten: Individuell konfigurierte Trachtenjacken als Einzelanfertigung. Da man die Jacken nur in Konfektionsgrößen bestellt, handelt es sich nicht um Maßkonfektion, sondern um „made-to-order“. Schnitt wird also nicht individualisiert, lediglich die Gesamtlänge sowie die Länge der Ärmel werden an die Figur des Kunden angepasst. Vielen Kunden ist mit dieser Variante sehr gut gedient und für den Anbieter vereinfacht sich der Prozess dadurch auch. Jedenfalls gibt es bei der Bestellung kaum Unklarheiten darüber, ob und wie das geordnete Teil später sitzen wird. Gefertigt werden die Jacken von dem Trachtenspezialisten Lorenz Ganter in Ismaning.


Als ich Ende Januar ein neues Paar Schuhe von Maftei abgeholt habe, nutzte ich die Gelegenheit, um eine Trachtenjacke für den Sommer zu bestellen. Dazu wurden mir zunächst die Grundmodelle in verschiedenen Konfektionsgrößen gezeigt. Der Schnitt ist bei allen Varianten identisch, in diesem Schritt ging es nur darum, die für mich beste Größe zu finden. Da die 48 ein wenig zu eng um die Schultern und an der Brust ist und es auch an der Gesamtlänge hapert, fiel meine Wahl auf die 50. Die Ärmellänge war auf der linken Seite korrekt, rechts wird der Ärmel 1 cm länger als gewöhnlich gefertigt. Die Gesamtlänge stimmte und auch an der Brust saß das Musterteil gut.

Beim Schnitt gibt es zwei Varianten, einmal mit Riegel am Rücken und einmal ohne. Ich habe mich für die Version ohne Riegel entschieden, weil er mir bei diesem Modell zu tief sitzt. Außerdem wirkt die Jacke ohne Riegel ländlicher und legerer. Das Grundmodell kann außerdem durch die Zahl der Außentaschen variiert werden und durch deren Verarbeitung. 

Man kann maximal vier Taschen bestellen, zwei an der Brust und zwei in Hüfthöhe. Die Taschen gibt es mit oder ohne Patte, die Paspel kann mit kontrastierendem Stoff eingefasst werden. Schließlich hat man noch die Wahl unter verschiedenen Knopfvarianten, außerdem gibt es auf Wunsch funktionierende Knopflöcher Ärmel. Auf letztere habe ich verzichtet, da ich diese Variante nur mit handumsäumten Knopflöcher trage. Ich habe mich für Hirschhornknöpfe entscheiden, zwei davon am Ärmelabschluss.

Da es auf das Frühjahr und den Sommer zugeht, habe ich nur nach leichten Stoffen geschaut. Zu jeder Jahreszeit gibt es die komplette Auswahl an Stoffen, man kann sich also immer eine schwere Lodenjacke machen lassen. Für den Sommer gibt es verschiedenen Arten von Leinen sowie leichtere Wollqualitäten. Außerdem ist Baumwollsamt in verschiedenen Farben im Angebot, er ist im ganzen Jahr einsetzbar. Wenn es kühler ist am Tag, im Sommer auf dem Land als Alternative zum Smokingjacket. Wenn mir die erste Jacke gefällt, steht Samt ganz oben auf meiner Wunschliste für eine zweite Bestellung.

Da ich für den Sommer schon Jacken dieses Stils aus Jägerleinen besitze, habe ich mich für ein Leinengewebe in einem frischen Apfelgrün entschieden. Für den Kragen habe ich ein etwas dunkleres Grün gewählt, beim Futter setze ich mit hellem Rot einen starken Akzent. Damit die Jacke nicht allzu kastig wirkt und wirklich lässig, habe ich auf Schulterpolster verzichtet. Die einzeln angefertigten Jacken kosten ab 385 Euro, die Lieferzeit beträgt etwa 5 Wochen. Die fertige Jacke stellen wir vor, sobald sie ausgeliefert wurde.