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Eleganz ohne warten —
Massura „ready to wear“

Moritz Kossytorz hat sich in den letzten vier Jahren in der deutschen Bespoke-Szene etabliert.
Sein Konzept ist wie gemacht für den hiesigen Markt: Echtes Bespoke, Handgenäht in Neapel
aber in Deutschland auf Deutsch an den Mann gebracht vom Maßnehmen bis zur letzten
Anprobe. Den neapolitanischen Look gibt es von Massura jetzt auch von der Stange und sogar
online bei massura.de. Anlass für ein Gespräch mit dem Reiseschneider aus München.

FH: Anlass unseres Gesprächs ist eine Premiere. Bevor wir dazu kommen – was ist Massura?

Wir starteten die Reise mit MASSURA. mit dem Ziel, unsere Philosophie von Ästhetik und
Qualität zu verbreiten. Herrenbekleidung soll unserer Meinung nach zu dem Alltag eines
modernen Mannes passen und dabei immer komfortabel und trotzdem elegant sein.

FH: Wie wollen Sie das erreichen?

Wir verarbeiten unsere Produkte auf Basis traditioneller italienischer
Handwerkskunst und ausschließlich von Hand. Die Philosophie der komfortablen Eleganz findet
sich in der Ästhetik der Produkte wieder. Die Silhouetten sind von dem italienischen Stil der 60er
Jahre inspiriert, einschließlich hoch taillierter Hosen und leicht konstruierter Sakkos. Der
persönliche Austausch mit unseren Kunden ist dabei der wichtigste Aspekt um ein Produkt
anzufertigen, welches nicht nur auf den Leib geschneidert, sondern auch dem Alltag des Trägers
angepasst ist. Um den Komfort selbst während des Bestellprozesses zu garantieren besuchen wir
unsere Kunden in der gewohnten Umgebung. Hierfür veranstalten wir hauptsächlich Trunkshows
in Städten wie Zürich, Hamburg und Berlin oder besuchen unsere Kundschaft direkt zuhause oder
im Büro.

FH: Ich habe bei Massura ja schon einmal eine Hose machen lassen. Mich hat dabei beeindruckt,
dass Sie die Anproben wie ein Schneider gemacht haben.

Die Passform ist natürlich das wichtigste Element der klassischen Herrenbekleidung und steht im
Mittelpunkt unserer Philosophie. Anproben sind dabei ein wichtiger Bestandteil bei der
Anfertigung der Produkte. Wir können dadurch die Passform der Produkte an den Kunden
anpassen und dabei gleichzeitig besser auf Kundenwünsche eingehen.

FH: Woher können Sie das?

Glücklicherweise hatte ich das Privileg über einen langen Zeitraum mit Schneidern aus Neapel
zusammenarbeiten zu dürfen. Dabei erlernte ich nicht nur die wichtigen Techniken eines Fitters
sondern auch die notwendigen Details des Zuschnitts. Die Interaktion zwischen Fitter und
Schneider ist fundamental um unseren Anspruch an Sitz und Komfort gerecht zu werden. Somit
ist bei der Anfertigung unserer Maßprodukte Teamarbeit und absolutes Vertrauen gefragt.

FH: Welchen beruflichen Background haben Sie? Kommen Sie aus der Modebranche?

Die Street-Style-Bilder von The Sartorialist waren für mich quasi der Einstieg in die sartoriale
Welt. Vor circa acht Jahren startete ich dann mit dem ersten Engagement in der Modebranche.
Dabei betreute ich die Gründung eines Unternehmens spezialisiert auf Herrenmaßkleidung in
Konstanz und Köln. Im Jahr 2016 entschied ich mich dann für die Selbständigkeit und die
Gründung der Marke MASSURA.

FH: Ihre Werkstatt liegt in Neapel. Wie haben Sie die gefunden?

Bei der Suche nach einem Atelier lag der Fokus auf einer langfristigen und partnerschaftlichen
Zusammenarbeit. Wir verbrachten zwei Jahre damit einen passenden Partner zu finden, der
unseren Ansprüchen hinsichtlich Qualität und Professionalität entspricht. Uns ist es sehr wichtig,
dass der Anspruch an Qualität und Perfektion in dem gesamten Anfertigungsprozess gelebt wird.
Ein fundamentaler Aspekt dabei ist eine enge Zusammenarbeit die vor allem durch gute
Kommunikation gewährleistet wird. Dies versuchen wir auch an unsere Kunden zu
transportieren.

FH: Nun zur Premiere. Sie haben eine Ready-to-wear-Linie entwickelt. Warum?

Eine Ready-to-wear Linie zu entwickeln war schon seit Beginn des Unternehmens ein Wunsch
um unsere Philosophie hinsichtlich Ästhetik und Qualität zu verbreiten. Wir wissen, dass vor
allem internationale Kunden nicht immer unseren Bespoke-Service nutzen können. Gleichzeitig
wollten wir auch der lokalen Kundschaft eine Alternative zu Bespoke in einem attraktiven
Preissegment bieten.

FH: Was kosten die Teile im Vergleich zu Ihrem Bespoke?

Die RTW Anzüge liegen bei 1560€ und sind somit 840€ günstiger als das Bespoke Produkt.

FH: Wie ist die Fertigungsqualität?

Wir fertigen jedes Produkt von Hand in unserem Atelier in Neapel an. In der aktuellen Kollektion
fokussieren wir uns auf Sakkos und Hosen die hauptsächlich im Hochsommer getragen werden.
Leinen ist ein besonderer Stoff um einen komfortablen und trotzdem sommerlich eleganten Look
zu erzeugen. Die Schnitte haben auf Basis von zahlreicher Maßbestellungen erstellt, um somit die
bestmögliche Passform zu garantieren die gleichzeitig auch dem typischen MASSURA-Look
entspricht.

FH: Das heißt, die Ready-to-wear unterscheidet sich nur in der Passform vom Bespoke-Teil?

Prinzipiell ja. Wir vernähen bei RTW und Bespoke alle Einlagen und Knopflöcher von Hand.
Einzig die visible Ziernaht ist bei RTW nicht ganz so ausgeprägt wie bei Bespoke.

Fotograf Massura: Marcel Scheid

  1. Danke für den tollen Bericht, Herr Roetzel! Leider liegen die Teile außerhalb meines Preisbereichs und meine Konfektionsgröße (EU44) wird ebenfalls nicht angeboten. Kennen Sie im unteren Preisbereich Alternativen, wenn man Sommerkleidung im neapolitanischen Stil haben will? Spontan würden mir nur Grand Le Mar, Pini Parma und vielleicht Yeossal einfallen.

    Viele Grüße
    Benjamin

    1. Hallo Benjamin, das mit der Größe ist ein Problem, selbst 46 ist manchmal schwer zu bekommen. Wie neapolitanisch soll es sein? Wie groß ist Ihr Budget? SuitSupply sieht z. B. manchmal relativ neapolitanisch aus. Wie finden Sie Circolo?

      1. Ja, Größe 44 ist in der Tat schwierig zu finden. Häufig gibt es diese dann auch nur in den jeweiligen „Super Slim Fit“-Linien der Hersteller, die dann auch ein entsprechend kontemporäres Styling haben. Von SuitSupply besitze ich einiges und bin sehr zufrieden, besonders deren Sakkos haben aber irgendwie ein bisschen wenig Charme (kein wirklich ansprechendes Lapel Roll zum Beispiel). Circolo kannte ich bisher nicht, das schaue ich mir mal an.

        Mein Budget liegt bei maximal 600€ für einen Anzug, gerne auch deutlich weniger. Bisher ist für mich ‚Oliver Wicks‘ in diesem Preisbereich der Favorit. Half Canvas, gute italienische und englische Stoffe, Maßkonfektion und gefertigt in Bulgarien. Deren Schnitt geht aber eher in die Richtung eines klassischen 1930er-Anzugs, was ich auch sehr mag ( Beispiel: https://www.instagram.com/p/CAab8wWonr7/ ). Im Sommer fände ich aber etwas „spezielleres“, lockeres und weniger formelles ganz schön. Lanieri hat in dem Bereich die Pull Jackets ( https://www.lanieri.com/en/pull-jacket ), die sind aber alle ausverkauft.

        Viele Grüße
        Benjamin

        1. Danke für den Link zu Instagram, jetzt erkenne ich Sie. Wenn Sie in Aachen sind, könnten Sie auch mtm bei meinem Freund Dirk Scharpenberg/ Baron & Earl in Bonn erwägen. Er arbeitet unter anderem mit Munro, dem niederländischen Lieferanten, der auch das mtm für SuitSupply macht. Ich habe so einen Anzug mal machen lassen, der sah sehr neapolitanisch aus. Der Anzug von Oliver Wicks sieht übrigens sehr gut aus.

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