The British Shop Herbst 2026: zwei Outfits aus dem neuen Katalog, fotografiert am Historischen Hafen in Berlin-Mitte.
Stadtspaziergang – das war das Stichwort, das uns beim Durchblättern des neuen Katalogs von The British Shop als erstes durch den Kopf ging.

Nicht jeder lebt auf dem Land. Und nicht jeder, der auf dem Land lebt, bewohnt ein Haus im Cottage-Stil oder gar ein Landhaus großen Zuschnitts. Der britische Stil ist auch in der Stadt zu Hause. Deshalb zeigen wir unsere Lieblingsteile in der urbanen Landschaft.
Die Zutaten für die beiden Outfits sind bewährte Klassiker, wie man sie seit langer Zeit bei dem Versender aus dem Rheinland findet. Schnitt und Details sind dabei sehr zeitgemäß. Auch das ist typisch britisch: Klassik mit Update.
Tweed für den Stadtspaziergang
Das erste Outfit ist rund um ein Zweiknopf-Sakko aus Harris-Tweed aufgebaut. Geschneidert von Wellington of Bilmore, einem deutschen Familienunternehmen, das seit 125 Jahren klassische Konfektion fertigt. Das Dessin des Wolltuchs ist ein Fischgrat mit Überkaro, die Farben des Gewebes lassen viele Kombinationen zu. Der Schnitt ist schmal mit jüngerer Anmutung. An den Ellbogen schützen Patches aus Rauleder den Stoff.

Als Nebendarsteller haben wir eine helle Kordhose von Hiltl im Farbton „Ecru“ ausgewählt, ein Denimhemd mit Cut-Away-Kragen von Hackett und einen tannengrünen Pullover mit V-Ausschnitt vom schottischen Traditionsstricker William Lockie.


Die drei Teile passen perfekt zu dem Sakko, lassen aber auch diverse andere Kombinationen zu, z. B. mit dem melierten Cardigan aus der Kollektion von Charles Robertson, den wir eigentlich für das Outfit-Nr. 2 ausgewählt haben.


Gorpcore mit Augenzwinkern
Von der Substanz her ist Outfit-Nr. 1 durch und durch ländlich. Dennoch eignet es sich sehr gut für den Stadtspaziergang. Oder vielleicht sogar gerade deshalb. Wenn man heute von „Gorpcore“ spricht, also dem Trend, Outdoor-Kleidung in der Stadt zu tragen, dann sind Tweed, Kord und Strick auf der Höhe der Zeit. Das sei aber mit Augenzwinkern gesagt. Denn die Briten sind schon vor gut 100 Jahren auf die Idee gekommen, ihre „tweeds“ am Wochenende in der Stadt zu tragen.

200 Jahre Tweed
Dass der Stadtspaziergang zum „Tweed Walk“ wird, dem gemächlichen Pendant zum „Tweed Run“, einem Fahrradcorso in Norfolkjacke und Breeches aus schottischem Tuch, passt in diesem Herbst übrigens besonders gut. Denn der Begriff Tweed wird 200 Jahre alt.
Laut Legende hat 1826 der Mitarbeiter einer Handelsfirma in London die Bezeichnung „Tweel“ auf einem Lieferschein fälschlich als „Tweed“ gelesen. „Tweel“ ist ein anderes Wort für Twill, „Tweed“ war aber viel schöner, zumal es in Schottland auch einen Fluss dieses Namens gibt. So wurde durch einen Lesefehler ein Modebegriff geboren, der für eine ganze Stilwelt steht.

Kord, urbaner gedacht
Das Outfit Nr. 2 besteht aus einer Sakkojacke aus Kord mit warmem Steppfutter und aufgesetzten Taschen von Beaver’s Fulham, dem Cardigan aus meliertem Wollstrick mit Stehkragen und einer beigen Kordhose – die beiden letzteren Teile von Charles Robertson. Bei dieser Kombination zeigt sich der britische Stil von seiner urbaneren Seite.

Vom Arbeitsstoff zum Sakko
Kord war bis in das frühe 20. Jahrhundert primär in der Arbeitskleidung zu Hause. Der Stoff ist gewissermaßen das europäische Pendant zum amerikanischen Denim. Im Zuge der neuen Sportlichkeit, die in der britischen Herrengarderobe nach 1918 Einzug hielt, wurde das robuste Baumwollgewebe auch für Gentlemen tragbar.

Bis in die 2000er Jahre wurde Kord von britischen Modemachern und Schneidern fast ausschließlich als Hosenstoff eingesetzt. Mit dem damals einsetzenden Workwear-Trend tauchten plötzlich auch Sakkos, Westen und sportliche Hemdjacken aus Kord in den Kollektionen auf.


Was nicht heißt, dass britische Schneider und Designer nicht schon vorher Kord für Jacken, Westen, Anzüge oder sogar Smokingjacken eingesetzt haben. Auf breiter Front hat sich Kord auf der Insel aber tatsächlich mit dem Trend zu den vielseitig einsetzbaren Sakkojacken durchsetzen können.

Zwei Outfits für den Herbst 2026
Kord ist als Baumwollstoff weit weniger warm als Wollstoffe, deshalb haben wir als zweite Lage den gestrickten Cardigan gewählt. Dank des Steppfutters der Sakkojacke ergibt sich so eine Kombination, die auch an kalten Tagen ausreichend wärmt. Wenn dann doch die Sonne herauskommt, kann man den Cardigan oder die Jacke ausziehen.





