Luca Rubinacci, dritte Generation des neapolitanischen Hauses Rubinacci, hat in Mailand sein Atelier. 342.000 Follower auf Instagram, ein verknautschter Borsalino, Lehrjahre in der Savile Row bei Kilgour. Bernhard Roetzel porträtiert die Ikone der Bespoke-Kultur.
Die Antica Barbieria Colla, gegründet 1904 von Dino Colla, liegt seit 1943 in der Via Gerolamo Morone, wenige Schritte vom Teatro alla Scala. Heiße Handtücher zum Abschluss der Rasur und Marseille-Seife im Shampoo: zwei der Mailänder Erfindungen des Hauses.
Im Sommer 2023 besucht Feine Herr die Mailänder Maßschneiderei Musella Dembech. Francesco Musella, Jahrgang 1941, begann seine Lehre mit neun Jahren in Caserta. Mit seinem Sohn Gianfrancesco führt er heute eines der von Simon Crompton meistgelobten Ateliers Italiens.
Bernhard Roetzel kehrt zu Alessandro Siniscalchi nach Mailand zurück, drei Jahre nach dem ersten Bericht. Neue Anproben, neue Hemden, dieselbe Arbeitsweise: alles Handarbeit, abgesehen von den Maschinennähten.
Luigi Wollisch gründete 1926 in Mailand die Krawattenmanufaktur Petronius, benannt nach Neros Schiedsrichter in Geschmacksfragen. Seine Töchter Gigliola und Simona führen sie weiter und nähen Krawatten, Foulards und Einstecktücher von Hand.
Die Fabbrica Ombrelli Maglia ist die letzte Schirmmanufaktur in Mailand. Francesco Maglia, Neffe des langjährigen Markengesichts Chino Maglia, führt sie seit 2019 in der sechsten Generation und setzt auf Stoffe vom Comer See.
Beim Trofeo Arbiter in Mailand kämpften im September 2020 36 italienische Schneiderinnen und Schneider um die Medaillen, darunter Rubinacci, Caraceni und Gaetano Aloisio. Bernhard Roetzel war Jurymitglied auf Einladung von Arbiter-Chef Franz Botré.
Alessandro Siniscalchi in Mailand kennt keine feste Zahl von Anproben. Bernhard Roetzel besucht das versteckt im Hinterhof gelegene Atelier während des Trofeo Arbiter 2020 und lässt sich vermessen für sein erstes Hemd aus dieser Mailänder Werkstatt.








